Leben auf der Alm

3 Fragen an …

© NPHT / Brigitte Hechenblaickner

Wer einmal die wunderschöne Berg- & Tallandschaft und die beeindruckende Artenvielfalt des Nationalparks Hohe Tauern erlebt hat, möchte so schnell gar nicht mehr weg. Dort leben wo andere Urlaub machen? Für die BewohnerInnen in den Regionen des Nationalparks ist dieser Traum Realität. Wir vom Lila liebt Grün Team wollten mehr über das Leben in den hohen Bergen und weiten Tälern erfahren und waren für euch als ReporterInnen in den Bundesländern unterwegs. Dort haben wir zwei außergewöhnliche Menschen getroffen, die im Nationalpark Hohe Tauern leben und ihre Liebe zur Natur zum Beruf gemacht haben: Theresia und Josef.

Theresia Posani – die Kräuterexpertin

Theresia Posani wohnt in der Region Mölltal in Kärnten und ist von Beruf Kräuter- und Hausfrau. Um ihr umfangreiches Wissen über Kräuter und Heilpflanzen weiterzugeben, bietet Theresia im Nationalpark zahlreiche Workshops zu diesem Thema an. Einen kleinen Einblick in die vielfältige Welt der Heilkräuter sowie ihre Wirkungsweisen und Anwendungsmöglichkeiten bekommt ihr hier.

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Josef Albrecht – der Biobauer

Josef Albrecht nennt das schöne Lesachtal in Tirol sein Zuhause. Der Biobauer bewirtschaftet über die Sommermonate die Gorgasser Alm auf rund 1.800 Metern Seehöhe, wo er neben Kühen auch Schweine und Bienen versorgt. Im Zuge der Kooperation zwischen Milka und dem Nationalpark Hohe Tauern wurde die Alm von Josef 2012 sogar als „Tiroler Alm des Jahres“ ausgezeichnet!

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In einem spannenden Gespräch erzählten uns die Beiden, welche Erlebnisse sie nie vergessen werden, wo ihr das schönste Platzerl im ganzen Nationalpark findet und wie wir diesen einzigartigen Lebensraum bewahren können.

1. Die Natur schützen und den Nationalpark als wertvollen Lebensraum bewahren: Welchen Beitrag kannst Du ganz persönlich dazu leisten?

Theresia: Meine Aufgabe im Nationalpark Hohe Tauern besteht darin, mein Wissen über Garten- sowie Wildkräuter weiterzugeben. Dabei möchte ich vor allem das Interesse und die Begeisterung der Leute für die Welt der Kräuter wecken. Besonders am Herzen liegt mir dabei, dass sich vor allem schon die junge Generation mit dem Thema Kräuter befasst. Das ist der Grund, weshalb ich auch regelmäßig Workshops mit Kindern mache. Diese wandern zuerst mit einem Nationalpark-Ranger durch unsere wunderbare Natur, ehe sie mich am Bauernhof bei meinen Kräutern besuchen und von mir einiges über Kräuter und ihre Anwendungsmöglichkeiten erfahren. Das erlernte Wissen wird dabei gleich gemeinsam vor Ort ausprobiert und umgesetzt: Im Workshop stellen wir gemeinsam einen Balsam her, den die Workshop-BesucherInnen als kleines Präsent mit nach Hause nehmen dürfen. Ein weiterer wesentlicher Punkt meiner Arbeit ist auch der Verkauf meiner selbst hergestellten Produkte. Dadurch wird den Gästen und Einheimischen die Heilkraft der Kräuter nähergebracht und ihnen gleichzeitig unser Nationalpark schmackhaft gemacht.

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Josef: Um den Nationalpark Hohe Tauern und die Natur zu bewahren, kümmere ich mich besonders darum, die Alm so gut es geht zu erhalten. Das erfordert Almpflege, die mit viel persönlichem Einsatz und körperlicher Arbeit verbunden ist. Denn nicht immer ist das Gelände leicht begehbar und auch schwer erreichbare Gebiete müssen gepflegt werden.

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2. In welchen Momenten schätzt du Deine Arbeit im Nationalpark ganz besonders? Und welche Momente erlebst Du als herausfordernd?

Theresia: Mit Kräutern zu arbeiten war schon ein Jugendtraum von mir, welchen ich mir vor 20 Jahren erfüllt habe. Die Liebe zu den Kräutern wurde mir eigentlich schon in die Wiege gelegt, da meine Mutter selbst eine Kräuterfrau war und mir seit meiner Kindheit viel Wissen weitergegeben hat. Das Arbeiten an der frischen Luft, in unserer außergewöhnlichen Natur, in der Sonne und mit meinen Kräutern – all das sind Punkte, warum meine Arbeit im Nationalpark Hohe Tauern unersetzlich  Wenn ich eine Herausforderung bei meiner Arbeit nennen müsste, wäre es die Zeit, in der alles blüht und gedeiht. Bei so vielen zu erntenden Pflanzen ist der Tag meist zu kurz und ich stehe bei Dämmerung noch in meinem Kräutergarten. Schließlich möchte ich jeder Pflanze gleich viel Zeit schenken und jedes Gewächs mit gleich viel Liebe behandeln.

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Josef: Ich gehe gerne zu meinem naheliegenden Aussichtspunkt und beobachte dort Wildtiere – manchmal sind Rehe mit ihren Kitzen zu sehen und solche Momente sind jedes Mal aufs Neue ganz besonders für mich. Herausfordernd sind jedoch immer wieder die Unwetter und das Hochgebirgswetter. Da heißt es schnell reagieren, alle Tiere suchen und sicher in’s Trockene bringen! Bei Unwettern kommt es auch immer wieder mal zu Teilüberschwemmungen, dabei rauscht das Wasser auch mal neben den Bächen ins Tal.

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3. Erzähle uns von einem ganz besonderen Erlebnis im Nationalpark Hohe Tauern, dass du niemals vergessen wirst.

Theresia: Wenn ich ehrlich bin, habe ich kein schönstes Erlebnis. Vielmehr bin ich dankbar, dass ich so viele besondere Momente bei uns im Nationalpark und in unserer schönen Natur verbringen darf. Für mich ist es jedes Mal aufs Neue ein Erlebnis die einzelnen Jahreszeiten in ihrer Pracht zu erleben oder das erste Edelweiß nach dem Winter zu entdecken. Besonders bedeutend ist für mich jedoch der Sonntag: Der Tag, an dem ich zusammen mit meinem Mann in der Landschaft des Nationalparks wandern gehe und Kraft sowie Energie für die nächste Woche tanke.

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Josef: Niemals vergessen werde ich eine schlaflose Nacht bei Starkregen. In dieser Nacht spielte das Wetter verrückt und es hätte jederzeit sein können, die Hütte verlassen zu müssen um sicher aus der Gefahrenzone zu kommen.

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Liebe Theresia und lieber Josef, zum Abschluss möchten wir noch einen kleinen Wordrap mit euch machen. Nicht lange überlegen – einfach antworten.

Dieses im Nationalpark beheimatete Tier fasziniert mich:

Theresia: Kleintiere wie Schmetterlinge, Bienen und Hummeln

Josef: der Sperlingskauz

Meine Lieblingspflanze im Nationalpark:

Theresia: Edelweiß

Josef: Heidelbeeren

Das schönste Platzerl im Nationalpark ist für mich:

Theresia: Zirknitztal

Josef: meine eigene Alm

3 Wörter, die den Nationalpark für mich am besten beschreiben:

Theresia: Natur, Schönheit und Artenvielfalt

Josef: Natur, Wildtiere und Berge

Meine Botschaft an alle Freunde des Nationalparks Hohe Tauern und der Initiative „Lila liebt Grün“:

Theresia: Geht durch die Landschaft mit offenen Augen und gespitzten Ohren und genießt Natur, Schönheit und Artenvielfalt.

Josef: Nehmt Rücksicht auf die Natur.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Theresia und Josef für die interessanten Einblicke in ihr Leben im Nationalpark Hohe Tauern. Hier seht ihr die Beiden in ihrer Heimat beim Beantworten unserer letzten zwei Fragen: