Das Beste vom Sommer

Das war der Sommer im Nationalpark Hohe Tauern

Wenn die Tage im Nationalpark kürzer und die Nächte länger werden, dann ist das ein Zeichen dafür, dass der Almsommer sich dem Ende zu neigt und der Herbst in die Berge eingekehrt ist. Während die Kühe ihre „Sommerfrische“ auf der Alm beenden und wieder ins Tal zurückgebracht werden, verwandelt sich die Natur im Nationalpark Hohe Tauern in ein wunderschönes Farbenspiel aus prächtigen gold-roten Farbtönen. Doch bevor auch wir uns in die Winterpause verabschieden, wollen wir den Sommer auf den Almen des Nationalparks Revue passieren lassen.

Von Kuh bis Hummel

Die Sommermonate im Nationalpark Hohe Tauern sind geprägt durch warme Sonnenstrahlen, grüne Almwiesen und rund 7.000 Pinzgauer Rinder. Aber das sind bei weitem nicht die einzigen Tiere, die die warmen Sommertage auf den Almen des Nationalparks verbringen. Schließlich umfasst der Nationalpark Hohe Tauern eine Gesamtfläche von 1.856 km2 und bietet darin ungefähr 15.000 Tier- und Pflanzenarten eine Heimat. Natürlich denkt man hier sofort in erster Linie an Steinbock, Murmeltier und Co., aber wie wir dieses Jahr aufgezeigt haben, sind auch die kleineren Bergbewohner durchaus faszinierende Wesen. Die Hummel beispielsweise ist einer der wichtigsten Almbewohner, denn sie ist für die Blütenbestäubung verantwortlich und schafft es täglich bis zu 1.000 Blumen zu besuchen. Unterstützung bekommt sie von der ebenso fleißigen Biene und gemeinsam tragen sie damit zum Erhalt der Artenvielfalt im Nationalpark bei.

© Alexander Müller

Artenvielfalt im Nationalpark

Aber auch die Pflanzenwelt lädt zum Staunen ein, insgesamt gibt es 3.500 Pflanzenarten und 4.000 Pilzarten in den Hohen Tauern. Diesen Sommer fanden zum 13. Mal die „Tage der Artenvielfalt“ in Heiligenblut statt und seit dem Beginn im Jahr 2007 konnten so rund 48.000 Datensätze gesammelt werden. Dieses Projekt wird von Milka bereits seit vielen Jahren unterstützt, denn Ziel der „Tage der Artenvielfalt“ ist es, möglichst viele Tier-, Pflanzen- und Pilzarten zu erheben, um diese anschließend in die Biodiversitätsdatenbank eintragen zu können. Diese Dokumentation ist wichtig: nur wenige, ursprünglich im Nationalparkgebiet beheimatete Pflanzen haben es geschafft, die Eiszeit zu überleben, weshalb viele pflanzliche Zuwanderer in den Hohen Tauern ihre Heimat gefunden haben und so zur großen Artenvielfalt beitragen.

© NPHT/Guni

Herbst auf der Alm

Ein Drittel der Gesamtfläche des Nationalparks ist Almgebiet beziehungsweise Kulturlandschaft. Die Almen prägen nicht nur das Landschaftsbild der Hohen Tauern, sondern haben auch eine sehr große kulturelle Bedeutung. Die Bergbauern und Bergbäuerinnen im Nationalpark bewirtschaften ihre Almen mit viel Hingabe und Engagement und tragen damit zum Erhalt der Artenvielfalt und der Traditionen bei. Auf der Jaidbachalm im Krimmler Achental wird beispielsweise noch Käse auf traditionelle Weise hergestellt. Regionale Köstlichkeiten wie der „Gletscherkas“ der Familie Steger sind mitunter ein Grund, weshalb viele Wanderer so gerne auf einer der Almen einkehren und eine leckere Jause genießen.

© NPHT/Emanuel Egger

Vielfalt an Wanderwegen

Nicht nur die zahlreichen Almen laden zu einer herrlichen Pause ein, sondern auch viele weitere Plätze und Aussichtspunkte entlang der Wanderwege im Nationalpark. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass man sich gegenüber der Natur rücksichtsvoll und nachhaltig verhält. Wie man das macht gibt es in unserm Blogbeitrag „Tipps und Tricks für umweltfreundliches Wandern“ nachzulesen. Wir haben dieses Jahr übrigens auch den „schönsten Jausenplatz“ Österreichs, den Wasserfallwinkel, besucht und sind immer noch fasziniert von der unglaublichen Kulisse.

© NPHT/Emanuel Egger

Lila liebt Grün zieht sich in den Winterschlaf zurück

Im Herbst wird es auf den Almen und Wanderwegen des Nationalparks langsam ruhiger und die tierischen Bewohner bereiten sich auf die kalten Wintermonate vor. Das Murmeltier hält sogar einen ausgedehnten Winterschlaf, der einige Monate dauern kann. Wir tun es ihm gleich und ziehen uns auch in eine Winterpause zurück. Inzwischen träumen wir vom nächsten Almsommer und freuen uns darauf, euch im nächsten Frühjahr wieder Lila-Grüne Geschichten aus dem Nationalpark Hohe Tauern erzählen zu können.

© NPTH/S. Rieder