Arten und Vielfalt

Die besonderen (Wasser-) Bewohner des Nationalparks

Der Nationalpark Hohe Tauern bietet neben Wildtieren auch einer Vielzahl anderer Lebewesen ein Zuhause. Und weil nicht nur kuschlige Schäfchen und blitzschnelle Ziesel liebenswert sind, wollen wir euch die etwas anderen Bewohner des Nationalparks vorstellen:

Berg- oder Alpenmolch (Mesotriton alpestris)

Nur wenige Amphibien im Nationalpark Hohen Tauern sind in der Lage höhere Regionen zu besiedeln, darunter der Berg- und der Teichmolch. Der Bergmolch ist in den Wäldern des Nationalparks oder in der Nähe von Laichgewässern von den Tallagen bis in die hochalpinen Grasheiden zu finden. Das Besondere am Bergmolch ist, dass er sich durch die Farbe seines Bauches von anderen Molchen unterscheidet. Dieser ist rot bis orange gefärbt. Während der Paarungszeit hat das Männchen auch einen niedrigen, zackenlosen Rückenkamm und einen blauen Streifen an der Seite. Die Paarungszeremonie kann bei Bergmolchen zwischen einem und zwei Monaten dauern und in höheren Lagen pflanzen sich die Tiere nur alle zwei Jahre fort. Außergewöhnlich bei den Molchen ist, dass sich die Larven nicht zwingend in Molche verwandeln. Denn bereits die Larve des Bergmolchs kann sich fortpflanzen weshalb es möglich ist, dass sich erst die dritte Generation wieder zu einem Molch entwickelt. 

© Nationalpark Hohe Tauern

Teich- oder Streifenmolch (Lissotriton vulgaris)

Der Teich- oder Streifenmolch ist mit einer Größe von zirca 10 cm der kleinste und zierlichste Molch im Nationalpark. Er wohnt in den tieferen Regionen des Nationalparks und ist nur ganz vereinzelt in den Gebirgstälern anzutreffen. In den Hohen Tauern selbst trifft man den Molch nur im Feuchtgebiet der „Brühl“ bei Matrei in Osttirol an. Dies trägt auch dazu bei, dass das Feuchtgebiet besonders schutzwürdig ist. Der Körper des Streifenmolchs ist sehr schlank mit einem schmalen Kopf. Während der Paarungszeit trägt er einen Kamm, der bis in den Schwanz übergeht. 

Die Gewässer des Nationalparks bieten eine breite Variation an Lebensräumen für Fische. In engeren Nationalparkbereich sind diese allerdings sehr kühle bis kalte Gewässer, die für Fische zu wenig Nahrung aufweisen. Viele Bergseen im Nationalpark Hohe Tauern liegen oberhalb steiler Barrieren weshalb diese nicht natürlich besiedelt waren. In einigen Seen wurden deshalb nachträglich Bachforellen oder Seesaiblinge in die Natur eingegliedert. Zwei besondere und seltene Fischarten in den Hohen Tauern sind die Groppe und die Elritze.

Elritze oder Pfrille (Phoxinus phoxinus)

Der Schwarmfisch Elritze ist nicht größer als 10 cm und wohnt in den Bächen, Flüssen und auch in den Kiesufern des einen oder anderen Bergsees im Nationalpark Hohe Tauern. Elritzen lieben kühles, klares und sauerstoffreiches Wasser und ernähren sich von kleinen Boden- und Freiwassertieren. Das bekannteste Vorkommen der Elritze sind die Neualplseen und der Alkuser See in der Schobergruppe in Osttirol. 

© Nationalpark Hohe Tauern

Groppe oder Koppe (Cottus gobio)

Die Groppe oder auch Koppe genannt ist ein markanter Bodenfisch, der in den Gebirgsbächen und in manchen klaren Bergseen beheimatet ist und nur selten über 2.000 m Höhe anzutreffen ist. Die Groppe hat einen spindelförmigen Körper und einen großen breiten Kopf, der bei den Männchen sogar noch breiter ist als bei den Weibchen. Die Groppe ist mit einer Maximalgröße von 10 bis 15 cm eine der kleineren Fischarten im Nationalpark Hohe Tauern und besitzt eine glatte, schuppenfreie Haut. Sie ist auf sauberes Wasser mit einer hohen Sauerstoffkonzentration und einer niedrigen Wassertemperatur angewiesen, denn sie reagiert empfindlich auf Veränderungen in ihrem Lebensraum wie beispielsweise die Verschmutzung von Gewässern. Tagsüber versteckt sich die Groppe unter Steinen und Geröll und wagt sich erst in der Dämmerung aus ihrem Versteck, um kleine Bachtiere zu jagen. Besonders an der Groppe ist, dass sie ein Knochenfisch ohne Schwimmblasen ist. Diese hat sie aufgrund ihrer Lebensweise als Bodenfisch im Laufe ihrer Entwicklung verloren. Wenn die Groppe sich verteidigen muss, spreizt sie ihre Flossen, reißt das Maul weit auf und sieht dadurch größer aus und erinnert an einen Drachen.

© Nationalpark Hohe Tauern

Seit dem Jahr 2000 werden gefährdete Tiere, wie die Groppe, im Nationalpark Hohe Tauern in einer Biodiversitäts-Datenbank dokumentiert. Auch Milka möchte das Bewusstsein für den Erhalt der Artenvielfalt im Nationalpark Hohe Tauern verbessern, weshalb sie diese Biodiversitäts-Datenbank seit Jahren unterstützt. Insgesamt sind bereits rund 10.700 Tier-, Pflanzen- und Pilzarten im Nationalpark bekannt und in der Datenbank vermerkt.