Arten und Vielfalt

Die großen Fünf

Elefanten, Löwen und Nashörner findet man im Nationalpark Hohe Tauern zwar nicht, doch auch hier gibt es die „Big Five“. Die großen Fünf im Nationalpark Hohe Tauern sind die Könige der Berge und sie haben sich den Namen ebenso verdient wie ihre Freunde in der afrikanischen Savanne.

Bartgeier
Der Bartgeier ist mit einer Flügelspannweite bis zu 3 Meter ein König der Lüfte. Nachdem er um 1900 als nahezu ausgestorben galt, kann er nun dank Wiederansiedelungsprojekten häufig im Nationalpark Hohe Tauern beobachtet werden. Das Körpergefieder von ausgewachsenen Bartgeiern ist farbenfroh. Die Oberseite ist meist gräulich bis schwarz, während Kopf, Hals und die Körperunterseite mit Färbungen von weiß bis rostrot, eher hell sind. Zu finden sind die Raubvögel vor allem in den Gebirgsregionen oberhalb der Waldgrenze. Ihre Horste legen die Bartgeier in kleinen Felsnischen an.

© NPHT

Wusstest du, dass schon zum 6. Mal in Folge vom Nationalpark Hohe Tauern zwei junge Bartgeier freigelassen wurden? Caeli und Kasimir durften im Juni im Mallnitzer Seebachtal zum ersten Mal ihr neues zu Hause erkunden. Bei der Wanderung mit Michi Kirchgasser durchs Seebachtal konnten wir sie erspähen – alles zu dieser Wanderung könnt ihr hier nachlesen.

Steinadler
Der Steinadler ist der größte lebende Greifvogel im National Park Hohe Tauern. Mit einer Flügelspannweite von bis zu 2,1 m jagt er kleinere bis mittelgroße Säugetiere. Der Steinadler galt schon im 17. Jahrhundert als „Herrscher der Lüfte“ für die Menschen, aber auch als Jagdkonkurrent und als Feind der Nutztiere. Heute steht der Steinadler unter Naturschutz. Während Jungvögel helle Flecken in den Flügeln und am Schwanz haben, sind die älteren Tiere sehr dunkel. Ein besonderes Merkmal ist der breite Schwanz. Steinadler sind übrigens sehr treu: Sie zählen zu den wenigen Tieren, die während ihrer gesamten Lebensdauer nur einen Partner haben.

© NPHT/Gressmann

Murmeltier
„Murmele“ werden die drolligen kleinen Alpenmurmeltiere liebevoll genannt. Die Nagetiere leben mit ihren Familien in Bauten unter der Erde, die sich vor allem unter Blockfeldern und Almflächen befinden. Nur zum Fressen kommen die Nager aus ihren Höhlen heraus. Murmeltiere werden bis zu 50 cm groß und können 15 Jahre alt werden. Die Farbe des Felles unterscheidet sich von Art zu Art, sie ist jedoch meist Rot-Braun. Wer genau hinhört kann Pfeifsignale hören, denn Murmeltiere warnen einander so vor Gefahr.

© NPHT/Zankel

Steinbock
Wo es den meisten Tieren schwer fällt Halt zu finden, hat der Steinbock leichtes Spiel. Denn die gespaltenen Hufe mit ihren gummiartigen Ballen machen den Steinbock zu einem ausgezeichneten Kletterer. Er bevorzugt steiles Gelände und ist mit seinem bräunlichen Fell vor den Felswänden kaum sichtbar. Über 90 kg bringt so ein Bock auf die Waage – kein Wunder, immerhin werden seine prächtigen Hörner bis zu einem Meter lang. In der Regel leben Steinböcke in Rudeln, alte Böcke werden jedoch ab und an zu Einzelgängern.

© NPHT/Zankel

Gämse
Wer viel im Nationalpark Hohe Tauern unterwegs ist, hat bestimmt schon einmal eine Gämse, oder auch „Gams“, gesehen. Die ziegenähnlichen Tiere haben ein hellbraunes Sommerfell, das sich im Winter schwarzbraun färbt. Die sogenannten „Krucken“ (Hörner) zieren die Köpfe der männlichen und weiblichen Gämsen und werden bis zu 25 cm lang. Häufig leben die Geißen mit den Kitzen zusammen in Rudeln. Auch junge Böcke können ab und zu in Rudeln entdeckt werden. So wie bei den Steinböcken trennen sich jedoch ältere Böcke oft von ihrem Rudel und werden zu Einzelgängern. Die Gämsen leben bevorzugt im höheren Waldgürtel, im Sommer klettern sie aber auch gerne im Gebirge, wo man sie beim Wandern mit ein bisschen Glück erspähen kann.

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