Arten und Vielfalt

Die kleinsten Almbewohner des Nationalparks

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Bei einer Wanderung durch den Nationalpark Hohe Tauern hält man meist Ausschau nach den großen Wildtieren, die man mit etwas Glück ganz aus der Nähe betrachten kann. Besonders beliebt Wanderern sind die sogenannten „Big Five“ des Nationalpark Hohe Tauern, also Steinböcke, Gämsen, Steinadler, Bartgeier und Murmeltiere. Allerdings benötigt man nicht unbedingt ein Fernglas, um interessante Bewohner des Nationalparks zu Gesicht zu bekommen. Denn die Hohen Tauern sind ein Paradies der Artenvielfalt, weshalb sich hier auch viele kleine Tiere tummeln. Wir haben für Lila liebt Grün die kleinsten Almbewohner, im wahrsten Sinne des Wortes, unter die Lupe genommen. 

© Milka/Gregor Aßlaber

Die fleißige Biene

Es ist mittlerweile allseits bekannt, wie wichtig die kleinen Insekten für unseren Planeten und die Menschheit sind. Vielerorts ist es für die Bienen schwierig einen geeigneten Lebensraum zu finden. Hingegen ist der Nationalpark Hohe Tauern mit seinen blühenden Almwiesen ein wahrhaftiges Paradies für die Kleintiere. Im hintersten Defereggental in Osttirol hat man den Bienen sogar einen eigenen Park mitsamt Themenlehrweg gewidmet. Am Eingang des Seebachtales lernt man alles über die kleinen Almbewohner, bevor man sie schließlich bei einer Wanderung in Action beobachten kann. Viele lokale Imker bringen ihre Bienenstöcke über den Sommer auf die Almwiesen des Tales, wo vor allem die blühenden Almrosen wertvollen Nektar für die Bienen liefern. Am Ende der Sommerblüte werden die Stöcke wieder abgeholt und der köstliche Honig kann aufs Brot geschmiert werden. Aber nicht nur den Honig können wir den fleißigen Bienen verdanken, denn durch das bestäuben der Blüten sorgen sie auch dafür, dass sich viele Pflanzen vermehren können. Darunter sind auch viele für uns wichtige Lebensmittel wie unterschiedliche Obstsorten, Beeren, Kürbisse, Raps aber auch Kräuter.

© Milka/Gregor Aßlaber

Der flinke Grashüpfer

Was wäre ein lauschiger Sommerabend ohne das Zirpen der Grashüpfer? Die meisten Männchen lassen Zirplaute ertönen, wenn sie die Weibchen zur Paarung anlocken wollen. Dieses besondere Geräusch entsteht entweder durch anheben und gegeneinander reiben der Vorderflügel oder durch das Streichen der Flügel mit einem oder beiden Hinterschenkeln. Auch in den Hohen Tauern kann man dieses natürliche Open Air Konzert belauschen, denn hier hüpfen die verschiedensten Arten wie wild durchs Gras. Der „Gesang“ der Grashüpfer ist von Art zu Art unterschiedlich. Je mehr Arten also auf einer Wiese vorkommen, desto vielfältiger das Konzert. 

© Milka/Gregor Aßlaber

Die pelzige Hummel

Etwas größer, aber in wesentlich geringerer Anzahl unterwegs, ist die Hummel. Diese ist für die Hohen Tauern besonders wichtig, denn auch sie ist für die Blütenbestäubung verantwortlich und trägt somit zu Erhaltung der Artenvielfalt im Nationalpark bei. Die Hummel ist außerordentlich widerstandsfähig gegen Kälte und erkundet, im Gegensatz zu Bienen, auch bei schlechtem Wetter die Hohe Tauern. Aus diesem Grund schafft es die Hummel täglich bis zu 1.000 Blüten besuchen und zu bestäuben. Aber Hummel ist nicht gleich Hummel. In Österreich gibt es 45 verschiedene Arten, wovon ganze 34 im Nationalpark Hohe Tauern anzutreffen sind. 

© Milka/Gregor Aßlaber

Der Engadiner Bär

Ja, es handelt immer noch um Insekten, wenn man vom Engadiner Bär spricht. Der Engadiner Bär ist nämlich um eine besondere Schmetterlingsart. Lange Zeit zählte er zu den begehrtesten Objekten unter sammelfreudigen Schmetterlingsforschern. Hohe Preise wurden für die Exemplare gezahlt und die Fundorte stets streng geheim gehalten. Ihre verborgene Lebensweise führt dazu, dass sie trotz ihrer auffälligen Flügel nur selten beobachtet werden. Erstmals wurde der gelbe Bär im Jahr 2005 auf der Kärntner Seite des Nationalparks nachgewiesen. Obwohl nur wenige Dokumentationen über den Engadiner Bär vorliegen, kann davon ausgegangen werden, dass die im Nationalpark vorliegende Population aufgrund des hohen Artenschutzes im Nationalpark nicht bedroht ist. 

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