Arten und Vielfalt

Die Pflanzenvielfalt des Nationalparks

NPHT-S Rieder

Der Nationalpark Hohe Tauern ist ein Paradies der Artenvielfalt. Diese zeigt sich unter anderem in der Fauna des Nationalparks, denn rund 3.500 Pflanzen sind hier beheimatet. Davon sind ungefähr 1.300 Farn- und Blütenpflanzen. Nur wenige, ursprünglich in dem Gebiet des Nationalparks beheimatete Pflanzen haben es geschafft, die Eiszeit zu überleben, weshalb viel Raum für pflanzliche Zuwanderer geschaffen wurde. Dies ist ein Grund für die so hohe Artenvielfalt im Nationalpark Hohe Tauern.

Obwohl die Pflanzen so vielfältig sind, haben sie auch einige Gemeinsamkeiten: Viele Pflanzen stehen unter Naturschutz, weil sie sehr selten sind. Andere wiederum haben sich perfekt an die extremen Klima- und Bodenverhältnisse angepasst und reagieren deshalb auf Störungen oder Veränderungen ihres Lebensraums. Heute wollen wir euch fünf besondere Pflanzen vorstellen:

Edelweiß (Leontopodium nivale subsp. Alpinum)

Die wohl bekannteste und symbolstärkste Blume der Alpen ist das Edelweiß. Das merkt man bereits daran, dass das Edelweiß vielen Bergsteigervereinigungen wie beispielsweise dem „Österreichischen Alpenverein“ als Wahrzeichen dient. Das Edelweiß kommt ursprünglich aus Zentralasien und ist während der Eiszeit aus den asiatischen Steppen in die Alpen eingewandert. Das Alpen-Edelweiß gehört zu der Familie der Korbblütler und hat eine weiß-filzige Behaarung, die sie vor dem Austrocknen und übermäßiger UV-Bestrahlung schützt. Die Alpenblume wächst vorrangig auf steinigen kalkreichen Rasen, an Felsen, in feinerdereichen Spalten und auf Bergwiesen auf einer Höhe zwischen 1.800 und 3.500 m Seehöhe. Das Edelweiß steht bereits seit dem Jahr 1886 in Österreich unter Naturschutz, weil das Pflücken und Ausgraben der Almblume dazu geführt hat, dass viele Vorkommen zerstört wurden. 

© NPHT/ D. Zupanc

Rudolphi-Steinbrech (Saxifraga rudolphiana)

Eine echte Besonderheit im Nationalpark Hohe Tauern ist der Rudolphi-Steinbrech. Den Namen hat die Pflanze dem Naturforscher Karl Asmund Rudolphi zu verdanken, denn sie wurde nach ihm benannt. Rudolphi-Steinbrech kommt nur sehr selten auf ausgesetzten, hochalpinen Schuttfluren und auf Felsen, vor allem Kalkglimmerschiefer, vor. Die Blüten des Rudolphi-Steinbrechs strahlen in kräftigen Purpurrot und bilden ein kompaktes, dichtes und sehr hartes Polster. Die Pflanze kann sich aufgrund seiner langen Wurzeln besonders gut in Felsspalten verankern. Ein typisches Merkmal des Rudolphi-Steinbrechs sind Kalkablagerungen an den kleinen grünen Blättern der Pflanze. Er blüht von April bis Juli im Nationalpark Hohe Tauern. 

© NPHT

Wolfs-Flechte (Letharia vulpina)

Die Wolfs-Flechte ist eine gelbgrüne Flechte und wächst vor allem auf alten Lärchen, ist auch auf Zirben und Holzdächern zu finden. Sie ist sehr verzweigt, wächst strauchig und wird in etwa 10 bis 15 cm lang. Die Wolfsflechte setzt sich aus einem Pilz und einer Alge zusammen und ist eine sehr widerstandsfähige Pflanze. Die benötigten Nährstoffe bezieht die Wolfs-Flechte aus dem Niederschlagswasser. So schön sie auch aussieht, die Wolfsflechte sollte besser nicht berührt werden, denn schon der kleinste Kontakt kann zu Hautallergien führen. 

© NPHT/F. Rieder

Scheuchzers Wollgras (Eriophorum scheuchzeri)

Das Scheuchzers Wollgras, auch Alpen-Wollgras genannt, kommt in den Höhenlagen von 1.500 bis 2.000 m Seehöhe in den subalpinen bis alpinen Höhenstufen vor. Es ist nur an kleinen Seen, Kleingewässern oder Flachmooren zu finden, da es auf sauren und nassen Böden wächst. Die Blume ist durch die dichten, weiß-wolligen, zwei bis drei Zentimeter großen Ährchen unverwechselbar und blüht in den Sommermonaten von Juni bis Juli. Aufgrund seiner langen Ausläufer trägt es zur Verlandung von Gewässern bei. Die Blume ist in Österreich geschützt und hat ihren Namen dem Naturforscher Johann Jakob Scheuchzer zu verdanken. 

© NPHT

Zirbe (Pinus cembra)

Die Zirbelkiefer, besser bekannt als Zirbe, ist einer der seltensten Bäume der Alpen und bildet oft gemeinsam mit der Lärche die Waldgrenze. Zirben werden 12 bis 25 Meter groß und die biegsamen Nadeln des Baumes werden ungefähr fünf bis acht Zentimeter lang. Die Baumzapfen der Zirbe erreichen eine Größe von sechs bis acht Zentimeter und wachsen aufrecht am Baum. Irreführend ist, dass die Samen der Zirbe oft als Zirbelnüsse bezeichnet werden, obwohl sie eigentlich keine Nüsse sind. Die Zirbe ist auf sauren Rohhumusboden angewiesen, damit sie wachsen kann. Aus diesem Grund ist sie primär in den Zentralalpen und den Karpaten beheimatet. Besonders an der Zirbe ist, dass sie bis zu 1000 Jahre alt werden können und nur von Juni bis Juli im Abstand von sechs bis zehn Jahren blühen. 

© NPHT/ Gruber

Statt schützenswerte Blumen zu pflücken um jemanden eine Freude zu machen, überrasche deine Liebsten doch besser mit schokoladigen Blümchen. Die „Milka Kleines Dankeschön“ Pralinen sind nicht geschützt und fast überall zu haben. 😊

© Milka