Das Beste vom Sommer

Ein sagenhafter Wanderweg im Nationalpark Hohe Tauern

© NPHT/ D. Zupanc

Bergbau, Gold, Bergkristall und Wasser – das sind die Themenwelten des Schatztunnels vom Gamsgrubenweg im Nationalpark Hohe Tauern. Dieser Naturlehrweg zieht Wanderer in den Bann der Sagen- und Mythen rund um die Entstehung der Pasterze des Großglockners und überzeugt mit einem malerischen Ausblick. Karin von jubeltage war für Lila liebt Grün mit ihrer Familie im Nationalpark Hohe Tauern unterwegs und hat mit Rangerin Julia den Gamsgrubenweg erkundet. 

„Die geführte Wanderung durch den Nationalpark hat sowohl uns Eltern als auch unsere Mädels wirklich vollkommen begeistert. In der vollkommenen Ruhe hoch oben am Berg wurde uns im wahrsten Sinne des Wortes vor Augen geführt, wie sensibel und ausgeklügelt das Zusammenspiel von Pflanzen, Tieren und der Natur ist. Es ist so wichtig, dass wir Menschen achtsam damit umgehen, auch um gefährdete Arten und seltene Pflanzen für unsere Kinder zu erhalten“, schwärmt Karin von der Wanderung. Und so verbrachte sie ihren Tag: 

© jubeltage

Der Naturlehrweg startet bei der Kaiser-Franz-Josef-Höhe am Ende der Gletscherstraße. „Gamsgrubenweg“ wird der sieben Kilometer lange Wanderweg im Kärntner Teil des Nationalparks Hohe Tauern genannt. Er ist ein hochalpiner Weg auf 2.400 m Seehöhe, der den Wanderern den Blick auf die beeindruckende Bergkulisse rund um den Großglockner ermöglicht. Außerdem entführt dieser Themenweg des Nationalpark Hohe Tauern auf eine Reise durch sechs geheimnisvolle Tunnel und informiert Wanderer entlang des Weges über die einzigartige Flora und Fauna der Umgebung. 

Kaiserliche Höhe

Bereits nach wenigen Schritten stößt man auf Informationstafeln, wo der Anfang der Sage vom Pasterzengletscher und die Geschichte der Bergnamen der Umgebung erzählt werden. In den Abschnitten zwischen den einzelnen Tunneln kann immer wieder das imposante Gegenüber, der Großglockner, bestaunt werden. Unterhalb des Gamsgrubenweges verläuft eine Linie, die den Höchststand der Pasterze um 1856 markiert. Zu dieser Zeit ist Kaiser Franz Joseph I. zum Höchststand der Pasterze aufgestiegen, weshalb er heute auch den Namen „Kaiser-Franz-Josef-Höhe“. Diese Markierung erkennt man daran, dass oberhalb der Linie Gras und Pflanzen wachsen und unterhalb nur glatter Felsen ist. 

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Im hinteren Teil des Tunnelsystems erfährt man spannende Details über Gold, Wasser und Bergkristall – die Schätze des Alpenraums. Der längste von sechs Tunneln ist der Gamsgrubentunnel. Hier erwarten die Besucher auf einer Länge von 650 m verschiedene Installationen aus Stein, Licht, Ton und Malerei von der Kärntner Designerin Michaela Fink. 

© NPHT/ A. Müller

Am Ende der Tunnel angelangt führt ein Weg mit leichtem Anstieg zum Aussichtspunkt beim Wasserfallwinkel. Von hier hat man eine hervorragende Sicht auf den höchsten Berg Österreichs und den längsten Gletscher der Ostalpen. Mit etwas Glück begegnet man entlang des Wanderweges sogar Murmeltieren und Steinböcken. Diese zählen übrigens zu den „Big Five“ des Nationalpark Hohe Tauern und sind faszinierende Tiere der Alpenwelt. 

Die Gamsgrube

© jubeltage

Gegenüber vom Großglockner und oberhalb der Pasterze befindet sich die Gamsgrube. Dabei handelt es sich um ein Hochtal unterhalb des Fuschar-Kar-Kopfes in der Gemeinde Heiligenblut. Die Gamsgrube besteht aus Flugsand, der von den Kalkglimmerschiefer der umgebenden Hänge und Gipfeln durch Sturm abgetragen und hierher gebracht wurde. Dieses Kar, mit bis zu drei Meter hohen Flugsanddünen, birgt eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt, die auf Grund von besonderen klimatischen Bedingungen entstanden ist: lange Schneebedeckung, kurze Vegetationsperiode und kontinuierliche Umschichtung der Sanddünen durch Wind und Niederschlag. Ein ähnliches Klima wie in der Gamsgrube findet man nur in Innerasien, im arktischen Amerika, in Island, Spitzbergen und auf Grönland. Aus diesem Grund wachsen in der Gamsgrube Pflanzen, die besonders selten im Nationalpark Hohe Tauern zu finden sind, wie beispielsweise das Edelweiß oder Rudolphi-Steinbrech. Als Sonderschutzgebiet im Nationalpark Hohe Tauern steht die Gamsgrube unter strengen Schutz und darf nicht betreten werden. 

©NPHT/ V. Polaschegg

Die letzte Station des Themenweges ist der Aussichtspunkt beim Wasserfallwinkel. Dieser wird auch als der „schönste Jausenplatz“ Österreichs bezeichnet. Hier finden sich viele Rast- und Sitzmöglichkeiten, die zu einer gemütlichen Jause in einer umwerfenden Kulisse einladen. Bevor man zum Rückweg aufbricht, lädt das Panorama inmitten der Bergwelt ein in aller Ruhe mit einem Stück Schokolade zu genießen und die Aussicht wirken zu lassen.