Arten und Vielfalt

Heiligenblut: Paradies der Artenvielfalt

Wenn Dr. Oliver Stöhr über Pflanzen und Tiere spricht, leuchten seine Augen und seine Zuhörer lauschen gespannt, welche interessanten Fakten der Biologe dieses Mal preisgibt. Lila liebt Grün begleitete den Biologen durch den Nationalpark, wo er, umgeben von Alpenpflanzen und Almwiesen, die Lebensräume und die Pflanzenwelt des Gebietes anschaulich und geschichtenreich erklärt.

Flora am Fuße des Großglockners

Der Startpunkt für das Outdoor-Seminar war der Ort Heiligenblut am Fuße des Großglockners in Kärnten. Das Alpendorf ist nicht nur ein beliebtes Postkartenmotiv, sondern auch wie geschaffen für eine Exkursion dieser Art. Mit 3.798 Metern Seehöhe wird der Großglockner auch liebevoll „Seine Majestät“ genannt. Ein geologisch vielfältiger Untergrund (Kalk-, Silikat- und Mischgestein), die sonnige Südseite der Hohen Tauern aber auch extreme Höhenunterschiede – von 1.200 m im Tal bis 3.798 m zur Spitze des Großglockners – sorgen im Zusammenspiel mit der Bewirtschaftung dieser Flächen für eine botanische Vielfalt. Bereits nach wenigen Metern entdeckt man einzigartige Pflanzen, die man so bestimmt nur im Nationalpark Hohe Tauern findet.

© Milka/Gregor Aßlaber

In schwindligen Höhen mi Flora und Fauna im Einklang

Das erste Etappenziel der Exkursion war die Sattelalm. Doch bevor wir uns in die blühenden Wiesen begeben, wagen wir noch einen Blick von der Aussichtsplattform über der Möllschlucht. Das ist nichts für schwache Nerven, denn hier geht es 300 Meter in die Tiefe. Belohnt wird der Mut aber mit einem fantastischen Ausblick über das Mölltal.

© Milka/Gregor Aßlaber

Nachdem wir die des Waldes genau unter die Lupe genommen haben, begaben wir uns auf die bunten Wiesen der Sattelalm. Ob Butterblümchen-Gelb oder Milka-Lila – obwohl die Natur heuer aufgrund des kühlen Frühlings noch etwas hinterherhinkt, blüht es hier schon in den prächtigsten Farben. Auch die ersten Kühe weiden bereits auf den saftigen Wiesen und erfreuen sich an der Artenvielfalt der Weidepflanzen im Nationalpark.

© Milka/Gregor Aßlaber

Rein in die Kräuterwand

Nach einer kleinen Stärkung (natürlich mit Milka-Schokolade J) vor der idyllischen Briccius-Kapelle begann der Rückweg ins Tal über den Steig durch die Kräuterwand. Dank der Vielfalt an Gesteinen, vielen Sonnenstunden und der Höhenlage von 1.600 m ist hier die Flora besonders vielfältig. Eine ganz besondere Pflanze ist der „Grannen-Klappertopf.“ Sie saugt sich an die Wurzeln benachbarter Pflanzen und entnimmt ihnen so große Mengen an Wasser. Deshalb gedeihen die anderen Pflanzen rund um Klappertöpfe weniger gut. Ihren Namen verdanken sie den reifen Früchten, in denen die Samen klappern, wenn sie beispielsweise durch Wind bewegt werden.

Auch der Alpen-Steinquendel zeigte sich in seiner vollen Pracht. Er wächst vor allem auf kalkigen Steinrasen und in Kieferwäldern. Er duftet nicht nur herrlich nach Pfefferminz, die Duftstoffe des Alpen-Steinquendels werden häufig auch für ätherische Öle genützt.

© Milka/Gregor Aßlaber

Nicht nur auf einzigartige Pflanzen mit außergewöhnlichen Namen stößt man bei so einer Wanderung, auch das eine oder andere Tier kann entdeckt werden. Wir lernten bei unserer Exkursion Spannendes über den Alpensalamander: Die Amphibien sind schwarz oder auch bräunlich. Mit einer Länge von zirka 15 cm muss man im Wald die Augen offen halten um eines der Tiere zu entdecken. Der Alpensalamander kommt auf einer Höhe von bis zu 2.500 m vor. Im Gegensatz zu anderen Amphibien bringt er seine Jungen lebend zur Welt und hat mit zwei bis vier Jahren eine besonders lange Tragzeit.

Egal wann man hier im Nationalpark Hohe Tauern unterwegs ist, es gibt immer etwas Neues zu entdecken.

Euer Gregor