Arten und Vielfalt

In der Nationalpark Hohe Tauern Kräuterküche

Bereits bei unserem Blogbeitrag über das Botanikseminar in Heiligenblut haben wir euch verraten, dass es im Nationalpark Hohe Tauern eine Vielzahl an besonderen Kräutern gibt. Heute stellen wir euch die Pflanzen etwas detaillierter vor und erzählen euch, was man aus diesen Pflanzen alles machen kann und welche „Superkräfte“ in ihnen stecken. 

Die Superfoods der Hohen Tauern

Dazu haben wir uns nach Mallnitz in Kärnten begeben, um im dortigen Nationalpark-Besucherzentrum ein sogenanntes „rangerlab“ zu besuchen. Hierbei handelt es sich um Workshops zu verschiedenen Naturthemen, die aus einer Exkursion im Freien sowie einer darauf folgenden Einheit im Labor bestehen. Wir haben für Lila liebt Grün das brandneue rangerlab zum Thema Kräuter in Angriff genommen.

© Milka/Gregor Aßlaber

Direkt vom Besucherzentrum Mallnitz startete die Kräuterwanderung mit Rangerin Gabi in das Tauerntal. Sie erklärte während der Wanderung die Besonderheiten der Kräuter, die entlang des Weges entdeckt wurden. Das erste außergewöhnliche Gewächs ist die sogenannte Schafgabe, welche sehr mineralstoffreich ist und deshalb als echtes Superfood zählt. Bereits kleine Mengen frisch zerkauter Schafgabe helfen dabei den Säure-Basenhaushalt im Körper zu regulieren. Allerdings hat dieses Wunderkraut auch einen bitteren Geschmack weshalb es nicht für jedermann ist. Die allseits bekannte Brennnessel verbinden viele Personen nur mit einem brennenden und juckenden Gefühl, doch ihre positiven Eigenschaften sind nur wenigen bekannt. Bei der Brennnessel können sowohl Blätter als auch Samen vielseitig verwendet werden. Aus dem Grün lässt sich hervorragend Brennnesselspinat herstellen, während sich die Samen aufgrund ihres nussigen Aromas perfekt als Topping für Salate eignen. Die Brennnessel ist allerdings nicht nur in der Küche einsetzbar, sondern auch ein echtes Naturheilmittel. Sie enthält viel mehr Vitamin C als Zitrusfrüchte und ist reich an unterschiedlichen Mineralien wie Eisen oder Magnesium. Außerdem wirkt ein Brennnesseltee entwässernd und kann bei regelmäßigem Genuss Wassereinlagerungen vorbeugen.

Abseits des Weges

Eine weitere Powerpflanze des Nationalparks Hohe Tauern ist der Breitwegerich. Er und sein Bruder der Spitzwegerich sind hilfreiche Retter in Not. Bei Gelsenstichen kann man ein Blatt mehrmals fest zusammenfalten und auf die betroffene Stelle drücken. Die herausgedrückten Säfte des Wegerichs stillen den Juckreiz sofort. Und falls die Wanderschuhe einmal drücken und Blasen entstehen ist Wegerich der absolute Geheimtipp. 

© Milka/Gregor Aßlaber

Kräuter sollten allerdings niemals direkt an Straßen und Wegen gesammelt werden. Denn durch Abgase oder Staub können sie stark verunreinigt werden. Daher lieber ein paar Schritte weiter in den Wald hinein gehen, um frische und reine Kräuter sammeln zu können. Die Kräuter am besten zur frühen Mittagszeit ernten, denn da sind bereits alle Blüten weit geöffnet, mit Sonnenenergie aufgetankt und trotzdem noch frisch. Neben den bereits erwähnten Pflanzen wurden Quendel (Feldthymian), Frauenmantel und Echtes Labkraut gesammelt. 

© Milka/Gregor Aßlaber

In der Kräuterküche

Im Labor des Besucherzentrums in Mallnitz wurden anschließend die gesammelten Bergkräuter verarbeitet. Zu Beginn wurde ein Kräutersalz zubereitet. Die Kräuter wurden fein gehackt und mit Salz vermengt im Mörser zubereitet. Mit wenig Aufwand aber viel Liebe wurde so in kürzester Zeit ein edles Naturprodukt hergestellt. Ein kleiner Tipp von den Kräuterexperten: Verwendet man frische Kräuter, sollte das Salz ein paar Tage lang offen stehen gelassen werden, damit es trocknen kann.

© Milka/Gregor Aßlaber

Aus den Wildkräutern lassen sich aber auch heilende Salben herstellen. Ein echter Alleskönner ist zum Beispiel die Ringelblumensalbe. Dazu werden langsam 100g hochwertiges Öl erhitzt und eine Handvoll Ringelblumenblüten beigemengt. Nach 10-15 Minuten muss das Öl abgeseiht werden und wird mit 5g Bienenwachs sowie 10g Lanolin (Wollwachs) vervollständigt. Die Salbe abkühlen lassen und in einen passenden Behälter füllen.