Arten und Vielfalt

Lila liebt Grün erwacht aus dem Winterschlaf: So verbrachten die tierischen Bewohner die kalte Jahreszeit

Auf den Wäldern und Wiesen des Nationalparks Hohe Tauern kehrt nun wieder Leben ein und der Almsommer erscheint bald in seiner vollen Pracht. Aber nicht nur das, auch unser Blog blüht wieder auf und wir erzählen euch ab sofort wieder wöchentlich tolle Lila-Grüne-Geschichten.

Wie haben die tierischen Bewohner des Nationalparks den langen Winter verbracht? Das Nahrungsangebot in den Wintermonaten ist überschaubar und die Tiere sind gezwungen auf ein zuvor angelegtes Fettpolster zurückzugreifen. Während wir uns im behaglichen Winter gerne ein Stückchen Schokolade mehr gönnen, muss die Tierwelt sich bereits im Sommer für die kommende Kälte rüsten. Obwohl der Organismus der Tiere darauf ausgelegt ist in der eisigen Jahreszeit mit wenig Energie auszukommen, ist es besonders wichtig, dass die Wildtiere in dieser Zeit ungestört sind. Denn jegliche Unruhe bedeutet zusätzlichen Energieaufwand und schwächt die tierischen Nationalparkbewohner. Aus diesem Grund haben die Tiere unterschiedliche Strategien entwickelt um die kalte Zeit durchzustehen.

© NPHT/Zankel Solvin

Das Murmeltier beispielsweise hält Winterschlaf. Es zieht sich bereits Ende Oktober in seinen Bau zurück und versteckt sich dort bis die Tage wieder länger werden und die Temperaturen wieder wärmer. Gämsen und Steinböcke haben hingegen ganz raffinierte Strategien entwickelt um auch draußen zu überleben. Sie senken temporär ihre Herzfrequenz und an manchen Körperstellen sogar die Körpertemperatur. So können sie ihren Energieverbrauch senken und sind auf weniger Nahrungsmittel angewiesen.

© NPHT/Erwin Hasslacher

Aber auch kleinere Lebewesen wie das Birk- und Schneehuhn haben eine clevere Taktik für die kalten Winternächte. Sie machen sich den Schnee zu Nutzen indem sie sich einschneien lassen oder sich tief in ihm vergraben. Dadurch schaffen sie sich ein gut isoliertes und warmes Schlafplätzchen für die Nacht.

Ein wahrer Überlebenskünstler ist allerdings der Schneehase. Während er im Sommer im braunen Sommerfell erscheint, erstrahlt er im Winter passend zu seiner Umgebung im weißen Winterkleid. Er passt aber nicht nur die Fellfarbe sondern auch die Menge seines Fells an. Denn im Winter ist das Fell auf seinen Pfoten stärker behaart und dadurch ist er vor Kälte aber auch vom Einsinken in den Schnee geschützt. Um sich vor Feinden, wie beispielsweise dem Fuchs zu schützen, versucht der Schneehase seine Spuren zu verwischen. Dies macht er indem er in seiner bereits vorhandenen Spur zurück hoppelt und zwischendurch große Sprünge macht um für Verwirrung zu sorgen.

Wir nehmen die Spur auf und melden uns bald wieder mit dem nächsten Beitrag aus dem größten Nationalpark der Alpen, den Hohe Tauern.