Leben auf der Alm

Was wurde aus der Milka Alm des Jahres 2010?

© Milka/Gregor Aßlaber

Die nachhaltige Bewirtschaftung der Almen im Nationalpark Hohe Tauern spielt eine entscheidende Rolle bei der Erhaltung der Artenvielfalt. Um den Almbauern Wertschätzung für ihre Arbeit auszudrücken wurde 2007 die Initiative „Milka Alm des Jahres“ ins Leben gerufen. Im Rahmen der Kooperation zwischen Milka und dem Nationalpark Hohe Tauern wurden in den Jahren 2007 bis 2012 jeweils drei Almen, eine pro Bundesland des Nationalparks, geehrt. Die Winkler Alm im Kärntner Teil der Hohen Tauern erhielt im Jahr 2010 den Titel „Milka Alm des Jahres“. Fast 10 Jahre sind inzwischen vergangen – Grund genug, um einen Blick auf die Preisträgerin zu werfen und zu sehen, wie es heute um die Alm steht.

Der fröhliche Almhirte

Im oberen Mölltal auf einer Seehöhe von 1.976 Meter gelegen, befindet sich die Winkler Alm. Mit dem Auto kann man bis vor die Almhütte fahren, was die Lebensmittelversorgung wesentlich erleichtert. Wanderer nehmen den Aufstieg natürlich trotzdem zu Fuß in Angriff, um die herrliche Natur zu genießen und sich die Almjause mit anschließender Schoki zu verdienen. Wenn man sich der Hütte nähert, sieht man bereits den fröhlichen Hirten Josef Pichler winken und wird herzlich in Empfang genommen. Rund 200 Schafe und knapp ebenso viele Rinder, betreut er auf einer Fläche von 1.400 Hektar im Auftrag der Almgemeinschaft. Viele Kilometer legt Josef Tag für Tag zurück, um nach den Tieren zu sehen und sie mit Salz und Trockenfutter zu versorgen. Dabei führt sein Weg immer wieder an zwei naturbelassenen Bergseen vorbei, die sich oberhalb der Hütte befinden, und wo viele geschützte Amphibienarten beheimatet sind. Außerdem bekommt er häufig Steinböcke, Gämsen, Murmeltiere, Adler, Bartgeier und viele andere Wildtiere zu Gesicht.

© Milka/Gregor Aßlaber

In der urigen Almhütte

Aber nicht nur die Natur rund um die Winkler Alm lädt zum Staunen ein. Auch in der Almhütte selbst gibt es einiges zu sehen und vor allem zu schmecken. Köstlichkeiten von regionalen Bauern wie zum Beispiel Käse, Wurst, Speck, Brot, Säfte und Schnäpse können in der urigen Stube verkostet werden. Bei Schönwetter sollte man die regionalen Leckereien allerdings auf der Terrasse bei atemberaubendem Ausblick auf die umliegenden Berggipfel der Hohen Tauern genießen.

Der Nationalpark Hohe Tauern hat im Vorfeld für die Auszeichnung zur „Milka Alm des Jahres“ Kriterien festgelegt, anhand derer sie das nachhaltige Wirtschaften der Almen prüfen. Die Winkler Alm setzt sich besonders für die nachhaltige Almwirtschaft ein und trägt so zur Erhaltung der Artenvielfalt sowie der Pflege des Landschaftsbildes bei. Heute erinnern stolz acht große Kuhglocken, zusammen mit einer Milka Alm des Jahres Plakette, an der Außenwand der Hütte an den Erfolg im Jahr 2010. Zusätzlich zur Auszeichnung werden die Gewinner auch finanziell unterstützt, um so zu ihrer nachhaltigen Arbeit beizutragen. Grundlegend verändert hat sich für die Alm nicht viel, meint Hirte Josef, die gute Arbeit hat nach wie vor oberste Priorität. Die Auszeichnung stellte allerdings eine große Ehre dar und sei eine Bestätigung dafür, dass man den richtigen Weg verfolgt.

© Milka/Gregor Aßlaber

Wenn man sich den Kühen und Schafen nähert wird einem schnell bewusst, warum Josef Pichler und die Alm diese Auszeichnung erhielten. Sobald die Tiere ihren Hirten entdecken, laufen sie freudig auf ihn zu und versammeln sich rund um Josef. Schließlich gibt es frisches Salz und ausgiebige Streicheleinheiten für sie zu ergattern. Die Liebe und Aufmerksamkeit, die der Hirte den Tieren schenkt, ist für Josef der Schlüssel zum Erfolg für ein gutes Zusammenleben auf der Alm. Mit diesem Grundsatz will er die Winkler Alm weiterhin noch lange und nachhaltig führen.